Glück – alles nur Kopfsache?!

Letzte Woche habe ich mich in einem Beitrag bereits als kleine Pessimistin geoutet, aber zugleich Besserungsbereitschaft gelobt! Grund genug, um der Sache noch einmal auf den Grund zu gehen. In welchen Situationen erkennen wir überhaupt, welcher Gruppe wir angehören? Sind wir eher Optimisten oder Pessimisten?

Am deutlichsten wird unsere Einstellung mit Blick auf (bevorstehende)

EREIGNISSE.

Fürchten wir sie oder erwarten wir sie mit Spannung, um zu zeigen, was in uns steckt?! Gehen wir Herausforderungen lieber aus dem Weg oder nehmen wir sie als Chance uns weiter zu entwickeln dankend an? Pessimisten werden mit sich hadern und zweifeln, ob sie der Situation gewachsen sind. Das muss nicht per se schlecht sein, denn es lässt uns möglicherweise umsichtiger agieren. Auch wenn ein gesunder Respekt nicht verkehrt sein kann, schließlich schützt er uns vor Selbstüberschätzung und lässt uns vorsichtiger agieren, sollten wir Obacht geben, dass er uns nicht ausbremst, zu sehr hadern lässt oder uns verängstigt. Es ist wichtig, dass wir unsere

SELBSTWIRKSAMKEIT

nicht unterschätzen. Während Pessimisten eher dazu tendieren sich quasi sicherheitshalber nicht zu viel zu zutrauen, um einer möglichen Enttäuschung besser Herr zu werden und sich dadurch womöglich selbst verunsichern und blockieren, agieren Optimisten sorgenfreier. Dadurch dass sie keine negativen Gedanken zulassen und an sich und ihre Fähigkeiten glauben, ob zu Recht oder zu Unrecht, treten sie auch anders auf und werden auch von ihrem Umfeld anders wahrgenommen. Das wirklich Bemerkenswerte daran ist, dass oft Beide mit ihren Prophezeiungen Recht haben. Der Grund hierfür liegt in der

SELBSTERFÜLLENDE PROPHEZEIUNG.

Während sich Pessimisten selbst im Weg stehen können, weil sie Herausforderungen aus Angst vor dem Scheitern vielleicht gar nicht erst annehmen, obwohl sie diese durchaus gemeistert hätten, oder es zu zögerlich versuchen, weil sie zu wenig an sich glauben und damit ihrer Selbst- und der Fremdwahrnehmung schaden, gehen Optimisten häufiger erfolgreich aus diesen Situationen hervor, weil sie sich eben nicht selbst blockieren, weil sie vielleicht mehr Herausforderungen annehmen und dadurch bereits statistisch mehr Chancen haben, die sie für sich nutzen können. Natürlich ist auch das keine Garantie dafür, dass stets Alles gelingt, aber darum geht es auch gar nicht, sondern es geht um die Frage, wie man mit derartigen Situationen umgeht. Macht man sich (selbst) aufgrund von Missgeschicken (noch) kleiner oder nutzt man den gewonnenen Erfahrungsschatz, um daran zu wachsen und sich zu verbessern, um mutig die nächste Gelegenheit erfolgreich beim Schopfe zu packen?!

Aber nicht nur mehr oder weniger bevorstehende Ereignisse können uns Kopfschmerzen bereiten – auch wenn der Einritt des befürchteten Ausgangs statistisch sogar relativ unwahrscheinlich ist, sondern auch Überraschungen oder schlimmstenfalls Schicksalsschläge, die selbst für Pessimisten unerwartet kommen. Das nennt sich wohl Leben. Und in genau solchen Momenten werden wir auf die Probe gestellt und müssen zeigen, wie wir mit ihnen umgehen. Wo liegt der Schlüssel des Ganzen? Wie so oft gibt es bestimmt nicht nur die eine Wahrheit oder die einzige Lösung, aber ich denke, eine wichtige Zutat ist die im Blog bereits mehrfach erwähnte

ZUVERSICHT.

Zuversicht, Dinge so anzunehmen wie sie sind, aber auch Zuversicht, dass die Dinge nicht unveränderlich sind und wir alle die Chance haben sie zum Guten zu wenden. All das kann allerdings nur gelingen, wenn wir uns nicht wehklagend in unser Schneckenhäuschen zurückziehen, sondern wenn wir die Dinge aktiv anpacken, an uns und an das Gute in der Sache glauben und auf uns vertrauen. Also traut euch mehr zu und fangt an. Was kann schon schief gehen? Im schlimmsten Fall gewinnen wir an Lebenserfahrung.

 

image

Quelle: Märzkalenderblatt aus „2016 Lieblingstage“, GWBI

 

Selbstwirksamkeit

Im letzten Beitrag ging es um den erwachenden Frühling, Neubeginn und Wachstum, (Selbst-)Entfaltung und Chancen für die mutigen Frühblüher, die neugierig ihre Knospen den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entgegenstrecken und der damit verbundenen Aufmunterung an uns selbst, es ihnen gleich zu tun. Sich zu öffnen ist nicht für jedermann leicht und doch für jeden machbar. Mögen uns die blumigbunten Farbkleckse der Natur täglich an unsere Entfaltungsmöglichkeiten erinnern.

Der heutige Eintrag knüpft unmittelbar an diese Gedanken und Erlebnisse an und beschäftigt sich mit der Frage: und wie dann weiter? Ein erstes zaghaftes Lächeln, eine vorsichtige Kontaktaufnahme und dann? Viele von uns sind verunsichert, verunsichert mit Blick auf sich selbst, verunsichert durch Sorgen und Ängste und all das nur, weil wir unsere Selbstwirksamkeit unterschätzen. Auch wenn wir gut und gerne ohne diesen Ballast auskommen könnten, ist das bekanntlich leichter gesagt bzw. geschrieben als getan. Viel zu sehr neigen wir dazu in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen. Auch ich muss mich permanent daran erinnern. Am Anfang dieses Blogs stand zwar genau dieser Wunsch nach einem Perspektivenwechsel durch die Wertschätzung der kleinen glücksspendenden Dinge im Leben, die wir viel zu häufig vernachlässigen. Aber auch wenn ich diesen Blog nun schon einige Monate fülle und es mich selbst immer wieder überrascht, wie viele Glücksmomente mir durch mein Leben in dieser Zeit beschert wurden, ist auch ein Blog oder ein einmal gefasster Entschluss kein Automatismus. Auch ich muss mich ganz bewusst darauf besinnen, mich eben nicht mit jener Schwermut in die Sorgen des Alltags sinken zu lassen, auch wenn es gerade wegen seiner Einfachheit so verlockend wirkt sich treiben zu lassen, sich etwas Selbstmitleid und eine große Ration Schokolade zu gönnen. Aber ist dieser Weg tatsächlich der leichteste?

Im Wesentlichen haben wir zwei grundlegende Möglichkeiten mit Herausforderungen umzugehen und diese hängen eng mit unserer persönlichen Grundeinstellung zusammen. Ist das Glas bzw. die Frustschokolade halb voll oder halb leer bzw. sind wir eher Optimisten oder Pessimisten?! Was glaubt ihr, wer von Beiden macht es sich einfacher – die Pessimisten, weil sie von vorherein lieber nicht so viel erwarten und dadurch eventuell weniger enttäuscht werden oder sind es die Optimisten, die an das Gute im Menschen und an das Gute in jeder Situation glauben, die angesichts der gewieften Schicksalsschläge doch schon per definitionem zum Scheitern verurteilt sein müssten?! So betrachtet klingt der Pessimismus in der Tat nach dem geringsten Übel, aber ist das wirklich so? Die Statistik widerlegt es, wenn Optimisten tatsächlich bis zu 7 Jahre älter werden als Pessimisten. Woran kann das liegen? Dafür sprechen könnte, dass Optimisten sorgenfreier durch’s Leben gehen, was ihnen das Herz-Kreislauf-System sicher dankt und auch die Zahl der sorgenvoll durchwachten Nächte dürfte sich schlagartig minimieren, was nicht nur die Konzentrationsfähigkeit steigert, sondern auch die Unfallgefahr senken dürfte. Wenn wir diesen Gedankengang weiterspinnen, könnten wir durch positive Gedanken womöglich nicht nur unsere Lebensqualität verbessern, sondern sogar unsere Lebensdauer steigern. Zumindest klingt auch das nach einem lohnenden Versuch, oder was meint ihr?!
image