Tr@shtag!!!!!

Hallo ihr Lieben, heute ist es mal wieder so weit. Ich brauche dringend einen Tr@shtag!!!!! Zur Zeit steht mein Leben Kopf, denn wohin ich auch schaue: CHAOS!!! – berufliches Chaos, gesundheitliches Chaos, privates Chaos! Gibt es eigentlich auch noch eine baustellenfreie Ebene bei mir?! Eigentlich habe ich momentan Urlaub, nur dass es sich ganz und gar nicht so anfühlt, wenn man sich zur Feier des Tages einen kurzen – also einen nur neunstündigen – Arbeitstag gönnt. Ob ich noch alle Latten am Zaun habe? Ja, ich fürchte, diese Frage ist dann und wann bei mir nicht ganz unberechtigt. Kein Wunder, wenn man sich einfach leer und vom vielen Schreibtischgesitze schmerzhaft krumm und vom Druck dahinter leicht gebeugt fühlt. Da die Vernunft aber noch nicht vollständig auf der Strecke geblieben ist, habe ich mich heute für einen Tr@shtag entschieden!

Ja, manchmal braucht man das! Das heißt es gibt heute Pizza und Eis und was ich noch alles Ungesundes finde, einen Lümmelabend auf dem Schaukelstuhl, eingemummelt in einer Kuscheldecke – denn nicht mal das Wetter hat heute Bock – vor Sendungen, die kein Schwein braucht oder solche, die man nur mit einer großen Packung Taschentücher durchsteht. Oh ja, das wird großartig!!!! Und hinterher gibt es eine entspannende Badewanne für die angefutterten Bauchschmerzen, zum Entkrampfen der geplagten (Rücken-)Muskelatur und der sorgenvollen grauen Zellen.

Als ich die Zutaten für meinen Gammeltag vorhin in der Stadt organisiert habe, bin ich außerdem auf Nummer sicher gegangen und habe gleich noch ein Paar (ok, drei Paar) Schuhe gekauft – der Trostklassiker schlechthin, wenn es mal nicht so rund läuft. Und um mit dieser Kaufentscheidung gleich noch ein Fünkchen Optimismus auszustrahlen, habe ich mich für Ballerinas entschieden, selbst wenn das Wetter gerade mächtig kippt. Schuhe sind toll und v.a. passen sie auch noch nach dem Tr@shtag hervorragend! 😉

Selbst mein Handy habe ich bei der Gelegenheit ausgemacht, auch wenn es keiner bemerken wird. Kennt ihr das, Mädels, wenn man sein Handy ausschaltet, um einfach mal nicht erreichbar zu sein, damit man selbst auch mal nicht ständig draufschaut, um sich auch mal etwas rar zu machen und seine Gedanken in andere Bahnen zu lenken, nur um es nach der stolzen „Boah-bin-ich-tapfer“- Phase wieder anzuschalten und festzustellen…. ohhhhh…. das waren ja erst 20 Minuten…und ohhhhh…. Überraschung…. nix verpasst?! Aber nein, heute bin ich noch tapferer, denn heute habe ich MEINEN Trashtag und ja Mama, ich habe mir auch Salatzutaten für die nächsten Tage mitgebracht. *grummel* Aber heute ist heute und heute brauche ich Abstand, Zeit für mich und richtig fettige, kalorienstrotzende Glücksmomente!!!! Mahlzeit!!!
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Worte … Schätze unsere(r) Sprache!

Kennt ihr das, wenn ihr nach langer Zeit mal wieder einen Stift zur Hand nehmt, um nicht nur zu unterschreiben, sondern vielleicht nur drei, vier Wörter mehr… dieses Gefühl, wenn sich der Stift wie ein Fremdkörper in der eigenen Hand anfühlt, weil wir durch das stete Drücken von Tasten, Scrollen, Wischen auf Bildschirmen aller Art täglich ein bisschen mehr das Schreiben verlernen. Wann schreiben wir im Alltag noch? Inzwischen braucht man nicht einmal mehr einen Einkaufszettel, weil Apps uns diese wenigen Wörter auch noch abnehmen wollen. Oder man nimmt gleich das ausgedruckte Rezept mit zum Einkauf und schaut was fehlt. Wann schreiben wir noch Postkarten? Elektronische Nachrichten sind doch viel schneller und zuverlässiger und sind dem WLAN sei Dank inzwischen global kostenlos. Dazu noch das passende Selfie und schon ist an alle gedacht. Schade eigentlich. Von Briefen sprechen bzw. schreiben wir gar nicht erst. Vielleicht darf es ab und an noch eine Glückwunschkarte sein, aber bitte nicht zu viel Text, sonst krampft die Hand schon wieder.

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Noch trauriger als der Verlust dieser manuellen Fähigkeiten, ist die stete Verwitterung des Ausdrucksvermögens durch den permanenten Input viertklassiger Fernsehsendungen, die sich mit unserem Wissen und Können durchmischen. „Input“… auch so ein Wort, das in unserer Sprache eigentlich gar nichts zu suchen hat, gibt es doch für Anglizismen bereits zahlreiche deutsche Bezeichnungen. Man muss sie nur verwenden. Können wir bald nicht mehr schreiben?! Was passiert, wenn es uns die Sprache verschlägt?! Wenn wir nicht mehr schreiben können, haben wir uns dann auch bald nichts mehr zu sagen?! In Gruppen sitzend, auf Handys einhämmernd (um nichts zu verpassen und auf dem neuesten Stand zu bleiben) gewinnt man fast den Eindruck.

Ich habe neulich einen selbst verfassten Gedichtband geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut und gleichzeitig hat es mich zum Nachdenken angeregt. Diese Gedichtsammlung bekam ich von einem Mann geschenkt, der die 80 schon längst überschritten hat, sich die Poesie aber offensichtlich bewahrt, während wir es nicht einmal mehr schaffen auch nur ein paar Zeilen geradeaus zu schreiben. Dabei freut sich doch jeder über Post – kleine unerwartete Zeilen, vielleicht sogar ein Liebesbrief, ausformulierte Gedanken, die nicht einfach so dahingetippt sind. Wörter haben Kraft, Wörter haben Macht, warum nutzen wir sie nicht? Sie können bewegen, sie können erklären, sie können Verbindungen schaffen, wir können uns mit ihnen ausdrücken und doch tun wir es nicht. Aber ich möchte hier gar keinen Unmut verbreiten, denn es ist noch immer ein Blog über kleine Glücksmomente, aber vielleicht regt euch ja genau das an, eine liebevolle Nachricht zu verfassen und einem anderen einen seltenen – wenn auch so einfach zu bewerkstelligenden – Glücksmoment zu verschaffen. Nur Mut! Es müssen nicht immer die ganz großen Worte sein, austarierte rhetorische Meisterstücke und vollendete Glanzleistungen. Sonst hätte ich wohl schon längst Blogverbot. Manchmal reicht es schon, einfach seine Gedanken einzufangen und aufzuschreiben. Manchmal muss man sich selbst einfach nicht so ernstnehmen. Manchmal muss man einfach mal anfangen:

Es kribbelt und quiekt,

schnäuzt und tränt,

schnauft und schluchzt.

Es liegt `was in der Luft.

Was mag das bloß sein,

was so gemein

stenkert und kitzelt,

alles drumherum witzelt.

Die Gräser und Roggen,

die fleißig mobben –

den Allergiker zur Sommerzeit!

Feiertagmorgen

Warum ihr heute noch keinen Nachschub von mir bekommen habt?! Keine Sorge, es ist alles gut. Es ist einfach nur Feiertag und damit Zeit, um etwas Tempo aus dem Tagesablauf zu nehmen, Zeit zum Entschleunigen. Ein wirklich guter Feiertag beginnt für mich mit dem Ausschlafen. Danach gibt es, statt des üblichen gehetzten Kaffees, Frühstück – ganz in Ruhe, mit Allem, was man lecker findet und worauf man Lust hat. Mein Morgen begann mit den ersten deutschen Erdbeeren in dieser Saison, die gestern ihren Weg in meinen Einkaufswagen gefunden haben. Erdbeeren sind für mich eindeutig die leckersten Vitamin C-Bomben, die es gibt! Nachdem ich sie genüsslich verspeist hatte, habe ich dann doch kurz auf mein Handy geblinzelt, um herauszufinden, in welcher Zeit wir eigentlich leben. Auch wenn das heute zum Glück gar nicht so wichtig ist, fand ich es doch schön zu wissen, dass es trotz einer erholsamen Nacht, noch früh am Tag war und mir der ganze Feiertag noch bevorstand, mit all‘ seinen Möglichkeiten. Dennoch werde ich mir heute meine Uhr nicht ummachen, weil ich einfach die Erfahrung gemacht habe, dass wir dann stärker auf unseren eigenen Rhythmus hören und auf unsere eigenen Bedürfnisse, fernab eines Zeitplans. Also kein pünktlicher Beamtenaufbruch zum Mittagessen um 12 Uhr! Bei diesem morgendlichen Schielen auf mein Handy erhaschte ich außerdem einen Blick auf eine verpasste Nachricht, deren Wortlaut: „Ohhnjkm Uytmun“ genauso inhaltsreich war, wie ihr Absender. Was hätte ich mich früher über solche Nachrichten um 5.27Uhr morgens geärgert, die das Handy von allein verschickt, weil selbst die Tastensperre ihren Dienst verweigert, nachdem es die ganze Nacht partygeschüttelt in der Tasche lag. Erleichternd erfüllte mich diese Nachricht dieses Mal jedoch mit Dankbarkeit über die Tatsache, dass es mir noch nie ein Mensch so leicht gemacht hat, an meinen Entschlüssen festzuhalten, indem die Gründe hierfür ein ums andere Mal bestätigt wurden. Und wenn ich das hier so ganz unumwunden schreiben darf, es erfüllt mich auch ein wenig mit Stolz, weil es mir zeigt, dass ich wieder eine herausfordernde Phase in meinem Leben gemeistert habe, aus der ich gestärkt hervorgegangen bin.

Erdbeeren