Wellness mit kleinen Schönheitsfehlern

Wochenende. Strahlend blauer Himmel. Wellness. Liebe Freundin an Bord. Genuss pur. Wo da Platz für Schönheitsfehler ist? Im Nachhinein wirklich schwer zu beantworten, stünde da am Anfang nicht wieder diese Überwindung und irgendwie passt es wieder zum Thema der Woche – zum Sich-Öffnen.

Nimmt man einen beliebigen Frauenroman zur Hand, dann machen die Mädels da drin bestimmt mindestens ein Mal einen Ausflug in den Spa-Bereich. Fragt man Männer, dann glauben wahrscheinlich viele, dass wir regelmäßig dort hingehen, dort rumsitzen, uns gegenseitig Zöpfe flechten und uns Beauty-Geheimnisse anvertrauen. So viel zu den Klischees.

Jetzt aber mal weg von diesen Romanvorstellungen und hin zur Wahrheit, denn auch Wellness hat seine Schönheitsfehler! Ein ausgiebiger Wellnesstag…. ja, das klingt super. Aber direkt morgens beginnen? Wecker stellen für einen Wellnesstag? Zack… der erste Schönheitsfehler. Glücklicherweise war ich schon vor dem Wecker wach, dem eintrainierten Arbeitsrhythmus sei dank und dennoch wurde die Zeit knapp, wenn man bedenkt, dass man ja vor dem eigentlichen Wellnesstag schon fast einen extra Wellnesstag einlegen muss, denn ich wusste, dass eine Ganzkörpermassage auf mich warten würde. Mag sein, dass das gut tut, aber seien wir doch mal ehrlich, eine Stunde an sich rumgrabbeln lassen löst nicht nur Vorfreude aus!!! Dann auch noch von einem Mann und das fast überall?!?! Ich weiß nicht. Ich sage nur Füße!!!! Wuuuahhhh. Ich mag das einfach nicht. Fremde Füße, eigene Füße…. neeeee. Dann auch noch von einem fremden Mann, den ich mir noch nicht einmal aussuchen kann und nix mit Alkohol, Licht aus oder schmeichelndem Kerzenlicht! (Na ok, Letzteres gab`s dann doch, aber das war irgendwie auch das einzig Charmante.) In meiner Vorstellung liege ich da bereits vollkommen ausgeliefert. Na toll!!! Auch wenn mich meine liebste Freulegin sicher sofort befreien würde…. Und da ahnte ich noch nicht einmal, dass er direkt mit den Füßen beginnen würde, um im Gesicht zu enden…. Doppel-bahhhhh. Nur um dann abschließend das Massageöl bei der Kopfmassage in den Haaren zu verteilen – pfui!!!! Dann sitzt du da mit deinem unfreiwilligen Wet-Look frisch gegelt neben dem Pool – super Sache.

Doch bevor es losging musste ich meinen eigenen Körper erstmal etwas restaurieren so gut es eben ging und zack verflog die Zeit. Dann schnell zur Bushaltestelle nur um dort panisch festzustellen, dass ich neben dem halben Hausrat in meiner Tasche das Ticket ganz vergessen habe. Mein panischer Anruf bei meiner Wellnessbegleitung ging ins Leere, war sie doch selbst ebenfalls mit den Vooooooorbereitungen beschäftigt. Ihr beruhigender Rückruf ließ mich zurückkehren, wo ich nun abgehetzt auf den nächsten Bus wartete – irgendwie alles nicht meine Definition von Wellness. Wellness – ich glaube, ich kann das nicht!!!!

Trotz allem waren wir quietschvergnügt als wir einander sahen und freuten uns auf den gemeinsamen Tag. Nach ein paar Bonusrunden fanden wir unser Ziel und sie „durfte“ auch gleich auf die Pritsche… zu Werner. Verunsichert, ob ich mich für sie freuen sollte oder doch ein wenig Mitleid empfinden, angesichts der Gedanken, die ich mir selbst zuvor noch gemacht hatte in dem sicheren Wissen, dass wir in derlei Dingen ähnlich ticken, blieb ich zurück und zog ein paar Bahnen und genoss die Ruhe, bevor der erste ältere Herr mir freundlich vom Beckenrand zurief. „Na, bist du alleine hier?“ Nach einem Zaunpfahl schwingendem „Toll, wenn niemand stört, oder?!“ war unser Gespräch auch beendet. Danach noch ein Ausflug ins Dampfbad und dann dauerte es auch nicht lange, war sie auch schon entlassen.  Als ich ihr erzählte, was ich in der Zwischenzeit bereits angestellt habe, lachte sie nur, und meinte: „Typisch – hast du ja mal wieder eine ganze Menge geschafft in der Zeit.“ Huch, sie kennt mich einfach zu gut und ja, eigentlich ging es ja immernoch um Wellness und Endschleunigen. Ob die gleich anstehende Massage helfen würde, wusste ich nicht und wurde nach ihrem Bericht immer skeptischer, auch wenn ich sehr dankbar über ihre Vorwarnung war.

Und dann ging es auch schon los und und ja, ich finde es wenig charmant, wenn der Werner vor dir steht und sagt und jetzt bitte einmal entkleiden. Hallo???? Dass das Ganze keine romantische Geschichte wird, war mir ja klar, aber selbst meine Frauenärztin lässt mir mehr Privatsphäre!!!!! Ausziehen an Ort und Stelle während er zusieht, selbst wenn das nur noch Bademantel und Bikini war?! Uffff…. Da stehst du dann nackt vor dem Werner und darfst dich auf die Liege wuchten. Also jetzt mal ganz ehrlich, ob er mir danach noch ’n Handtuch über den Hintern packt oder er lässt es?! Gut. Zum Glück war es nur für den Hintern. Hätte er mich komplett zugedeckt wäre ich schon ein wenig beleidigt gewesen. Glücklicherweise war ich vor dem nächsten Handtuch schon gewarnt, denn dass wurde der Länge nach zusammengefaltet und dir als Wurscht auf denHintern und zwischen die Beine gelegt, damit er mir ja nicht zwischen den Pöker schielt, der Werner, und dann liegst du da wie so ein Sumuringer und womit geht es los? Na klar, mit den Füßen! Ich meine, geht es noch unangenehmer?!?!? Nur um mir am Ende im Gesicht rumzuwuseln… aber den Teil kennt ihr ja schon. Wahrscheinlich die Rache des kleinen Werner…. Mit Abschalten war in der Zeit irgendwie noch nicht wirklich viel, aber ok…Auch meiner Freundin ging es anfangs ähnlich, meinte sie nach meiner Freilassung doch zu mir. „Ich war auch im Dampfbad und dann dann saß ich da und es passierte irgendwie nix…“ Was für eine Erleichterung! Offensichtlich war ich nicht die Einzige, die sich erstmal an die neuen Gegebenheiten (kein Laptop, Handy, Arbeit,…) gewöhnen musste.

Dank Werner war zumindest schon mal die Schamgrenze herabgesenkt und fiel spätestens mit dem ersten Saunabesuch, die wir für uns ganz alleine hatten und wo wir uns nach Herzenslust entfalten konnten – zum Glück ohne Werner!!!!!! Irgendwann schaltete dann auch der Kopf ab. Wir nahmen alles selbst nicht so ernst und hatten einen wirklich lustigen Tag und auf den Liegen im Wintergarten ließen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen und vom plätscherten Wasser gedanklich in den Urlaub entführen. Na also, geht doch! Plötzlich waren 7 Stunden vorbei. Wir haben uns super amüsiert und ließen den Abend zusammen ausklingen. Es war ein großartiges Gefühl. Ob das nun am Wellness lag, wage ich fast zu bezweifeln, denn ich bin sicher, dass wir bei jeder anderen Unternehmung ähnlich viel Spaß gehabt hätten und doch hat uns das gemeinsame Erlebnis, um nicht zu sagen das gemeinsame „Durchleiden“, verbunden. Wahrscheinlich liest man wegen genau jenem Gefühl, dass sich am Abend einstellt und irgendwie verbindet kaum noch von den unangenehmeren Momenten, die es zu überwinden galt. Vielleicht weil es letztlich gar nicht so schlimm war und doch wollte ich genau deshalb von diesem Zwischenteil berichten (und damit meine ich jetzt nicht die Sumu-Rolle;-) ). Irgendwie passte es so schön in die Episode des guten Gefühls, wenn man erst einmal über seinen Schatten gesprungen ist und damit zu den letzten Beiträgen. Und eines ist für mich absolut klar – ich möchte dieses Tag nicht missen, denn er brachte mir so viel Lebensqualität, wenn auch aus anderen Gründen als man vielleicht mit Wellness typischerweise in Verbindung bringen mag.

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Auf der Suche nach dem K(l)ick

Während andere permanent auf der Suche nach dem „Kick“ sind, begebe ich mich diese Woche (challengebedingt) weiter auf die Suche nach dem „Klick“. Dabei geht es nicht um irgendeinen Klick, sondern um die Suche nach dem berühmten Ausknopf. Ziel soll es sein, stärker im Moment zu leben, d.h. ohne der Vergangenheit nachzuhängen oder ängstlich in die Zukunft zu blicken. Meine erste Überlegung war einfach einen „Blitz-Dings“ á la Man in Black zu kaufen und damit die gedankliche Vergangenheit auszulöschen. Mangels Angebot war diese Idee allerdings zum Scheitern verurteilt. Jeden Mist machen sie in der Weihnachtszeit zu Geld, aber ausgerechnet die sind nicht im Handel erhältlich. Blööööd. Aber gut, immerhin darf ich dann auch meine schönen Erinnerungen behalten. Nachdem dieser erste Ansatz gescheitert war, müssen nun andere Strategien her. Meine persönlichen Klassiker zum Abschalten sind ja Spaziergänge, um den K(n)opf frei zu bekommen, Lesen, um in andere Welten abtauchen zu können, Schlafen, um sich in eine andere Welt zu träumen, Treffen mit Freunden, um Lösungsansätze zu finden oder Probleme einfach mal auszublenden, auch mal gut zu sich selbst sein, gerade weil es im hektischen Alltag häufig zu kurz kommt, z.B. Abtauchen in der heimischen Badewanne. Auch das Bloggen ist zum festen Bestandteil geworden, denn dadurch kann ich meine Gedanken in Bahnen lenken, die mir Freude bereiten. Alles was mich bewegt wird unzensiert niedergeschrieben. Das verändert den Fokus, gerade wenn man sich wie hier auf die schönen Momente des Lebens konzentriert, die sich selbst an ganz gewöhnlichen Tagen finden lassen. Was für Vorschläge habt ihr, um dem Kopf eine Verschnaufpause zu gönnen?

Memo zur perfekten Work-Life-Balance

1. Zur Abwechslung zumindest mal halbwegs pünktlich das Büro verlassen, weil man ja pünktlich zum Sportkurs muss.

2. Den Kurs eine Stunde durchziehen und sich einreden, seinem Körper etwas Gutes getan zu haben und

3. das Allerwichtigste: Danach mit der Freundin 1 1/2 Stunden im Whirlpool die Neuigkeiten der letzten zwei Wochen austauschen. (Ich gönne ihr den Urlaub mit ihrem Mann von Herzen, aber 2!!!!!!!! Wochen sind echt lang und an die anstehenden 3!!!!!!!!!! Wochen New York will ich gar nicht erst denken!) Männer fragen sich an dieser Stelle bestimmt, was es da so lange zu quatschen gab, aber vielleicht war die Aussicht ja schön. An alle Frauen… ok… zugegeben… 1 1/2 Stunden sind dafür echt nicht viel Zeit und scheint mir die wahre sportliche Höchstleistung an diesem Tag. Aber wir haben auch ein bisschen geschummelt. Sie hatte WLAN im Hotel. Wir konnten also schon ein bisschen vorarbeiten. 😉

4. Anschließend ausgeruht und entspannt nach Hause, ab auf die Soffie, Füße hochlegen und mit einer Tasse heißer Schokolade und Kuscheldecke den Regen angrinsen.

So lässt sich’s doch aushalten!