Grüße aus dem Laufstall

Und schon wieder neigt sich ein weiterer Monat dem Ende entgegen. Gefühlt habe ich einen großen Teil davon im Laufstall verbracht. Nein, ich habe keinen kleinen personifizierten Glücksmoment (anvertraut) bekommen. Ich habe mich für eine andere Herausforderung entschieden und meine Laufmaschen etwas enger gezogen.

So kam es, dass ich bereits heute meinen persönlichen Laufkilometerrekord des letzten Jahres geknackt habe. 211, 51km schmücken meine aktuelle Jahresbilanz und davon habe ich im April fast die Hälfte der Strecke geschrubbt. 96,18km bin ich in diesem Monat gelaufen und die 100km-Marke wird am Montag beim letzten offiziellen Lauftrefftraining auch noch fallen. Stolz bin ich schon jetzt. Physisch betrachtet bin ich nämlich alles andere als eine große Athletin. Auf meinen süßen 1,59m lasten 63kg, die ich Berg rauf und Berg runter schleppe und doch kassiere ich so manchen durchtrainierten Läufer im Wettkampf, zuletzt mit 38:00 Min. auf 7km (Pace: 5:24). Aber nicht nur, dass ich so manches Päckchen zu tragen habe, auch meine Herzfrequenz bewegt sich zwischen nahezu apathischen Zuständen und kolibrihaften Höchstschlägen. Selbstverständlich kardiologisch rückversichernd, hält mich selbst das nicht vom Laufen ab, (auch wenn natürlich immer ein wachsames Auge auf die Pulswerte schielt). Wenn man nur will, ist Vieles möglich. Und ich will laufen.

Ihr könnt das auch. Schlüpft in die Turnschuhe, egal für welche Strecke, egal für welche Zeit. Fangt einfach an. Jeder Schritt zählt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich ein Stück des Weges begleitet.

„Good company in a journey makes the way seem shorter.“ — Izaak Walton

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Balance

Es geht im Leben nicht darum die Allerbeste zu sein, immer und überall Höchstleistungen zu erbringen, sich mit anderen zu messen und zu vergleichen. Es würde uns nur unglücklich machen. Das Einzige, was wirklich zählt, ist, sich jeden Tag darum zu bemühen, die beste Version von uns selbst zu leben. Dazu gehört, dass wir gut zu uns sind, dass wir gut mit unserem Körper umgehen, mit unseren Kraftreserven und unseren Fähigkeiten, dass wir eine Balance finden, in der wir leben können und wollen.

Wenn wir ein gesundes geistiges und körperliches Fundament legen, können wir unser Leben darauf aufbauen. Wir gewinnen an Stabilität und Ausgeglichenheit und erschaffen uns damit einen sicheren Hafen. Von da aus können wir unseren Träumen, inspirierenden Menschen und Begegnungen, Abenteuern und Erfahrungen entgegensegeln und zurückkehren, wann immer wir Ruhe und Geborgenheit oder manchmal auch ein Stück uns selbst suchen. Alles, was wir brauchen, findet sich dort – in uns. Deshalb ist es auch so wichtig, dass es sich gut anfühlt, wenn wir dorthin zurückkehren, damit wir nicht nur ganz bei uns sein können, sondern auch sein wollen.

Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ob dieses Zuhause Idealmaße hat, sondern ob es sich friedlich und gesund anfühlt. In meinem Körper wüten momentan Kräfte, die sich nur bedingt kontrollieren lassen. Sie haben ihren eigenen Kopf, aber das dürfte mich gar nicht wundern. Statt ihr launenhaftes Gewusel zu verfluchen, habe ich mich dazu entschlossen, sie gewähren zu lassen, ihre Reaktionen liebevoll anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass sich alles irgendwann legen wird. Ich lasse mich einfach nicht beirren und laufe weiter, suche in Yoga und Pilates Tiefenentspannung und vertraue auf meine Fähigkeit zu erkennen, was mir gut tut. Frische Luft, Bewegung, ausgewogene Ernährung mit gelegentlichem Sündigen sind dabei die Eckpfeiler auf die ich baue.

Was treibt dich an?

Tag für Tag erhalten wir 24 Stunden, in denen wir uns frei entfalten können.

  • Wir können die Zeit nach Belieben nutzen oder verstreichen lassen.
  • Wir führen Regie.
  • Wir ganz allein.

Uns stehen alle Möglichkeiten offen. Pünktlich zur jeweiligen Mitternacht erhalten alle Menschen auf der Welt dieses kostbare Geschenk – Zeit. Jeden Tag wartet eine neue Chance. Lassen wir sie jedoch ungenutzt verstreichen, ist sie unwiederbringlich. Da auch diese Resource endlich ist, tragen wir die Verantwortung darüber, wie wir die erhaltenen 1440 Minuten gestalten. Wenn wir anschließend alle Resultate der zeitlich Beschenkten vergleichen, erhalten wir ein kunterbuntes Potpourri, das zeigt, was alles möglich ist.

Unter ihnen gibt es jemanden, der seine Sorgen pausenlos im Alkohol ertränkte. Unter ihnen lebt jemand, der die große Liebe seines Lebens heiratete. Unter ihnen ist jemand, der lebensgefährliche Verletzungen nach einem Autounfall davontrug. Unter ihnen ist jemand, der in einem Bruchteil der 86400 Sekunden einen neuen Weltrekord aufstellte. Unter ihnen wohnt jemand, der seine Krankheit endlich überwunden hat. Unter ihnen lebt jemand, der im Glücksspiel gewann.

Genau so facettenreich wie die Resultate von 24 Stunden sind unsere Möglichkeiten, mit den darin gebotenen Chancen und Herausforderungen umzugehen. Unser Leben ist die Summe unserer Entscheidungen. Wir entscheiden. Aber wonach?

Option 1: Sich Fügen

Bloß nicht auffallen. Auf Nummer sicher gehen. Sich fügen. Bloß nicht anecken. Brav an den Erwartungen anderer orientieren. Leben, wie es sich ziemt.

Option 2: Status quo halten

Genügsam am Erworbenen festhalten. Risiken meiden. Neuanfänge umgehen. Sparstrumpf füllen. Bausparvertrag abschließen. Komfortzone genießen.

Option 3: Selbstverwirklichung

Perspektive von den Erwartungen der Anderen auf die eigenen lenken. Lebenskonzept hinterfragen. Über den Tellerrand blicken. Sich zuversichtlich ins Leben stürzen. Neues wagen. Wachsen.

Option 4: Tun

Es ist nicht wichtig, für welche Option ihr euch entscheidet, solange es die Option ist, die euren Wünschen und Vorstellungen entspricht. Doch bevor ihr euch unglücklich in euer Schicksal fügt, vergesst nicht, dass es immer eine Option gibt, sein Leben zu verändern. Das Einzige, was ihr dafür tun müsst, ist, euch über eure Ziele bewusst zu werden. Nur so können wir unser Leben und unsere Zeit mit Sinn füllen. Nur so können wir unser Handeln danach ausrichten. Nur so können wir überprüfen, ob uns unser Tun näher zu der Verwirklichung unserer Träume bringt. Sie dienen uns als Orientierungshilfe, Katalysatoren und Wegbereiter im Dickicht der grenzenlosen Möglichkeiten. Letztlich sind sie es, die entscheiden, ob wir die geschenkten 24 Stunden sinnvoll für uns genutzt haben.

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(Dieser Beitrag entstand nach dem Aufruf von Laura für eine Blogparade zu dem Thema „Rufe deine Vision ins Leben“ auf: https://wordpress.com/read/feeds/57994887/posts/1814008627 – externer Inhalt, zuletzt aufgerufen am 02.04.2017 um 13.37Uhr.)