Reise des Herzens

Die Gründe für eine Reise können vielfältig sein. In den letzten Wochen verschlug es mich quer durch den Pott, um benachbarte Städte zu erkunden, meine Umgebung zu erforschen, unter Leute zu kommen, Eindrücke und Erlebnisse zu sammeln. Auch heute habe ich mich wieder auf den Weg gemacht – dieses Mal aber nicht, um Neues zu erkunden, sondern um zu Altbewährtem zurückzukehren. Nach 5 1/2 Stunden Sitzplatzyoga im IC auf wechselhafter Suche nach einer geeigneten Schlafposition (gefühlt um 360Grad pro Stunde rotierend), erreichte ich meine Heimat. In den letzten Jahren war ich immer seltener dort hin zurückgekehrt, nun aber zögerte ich nicht eine Sekunde, um meinen Lieben zur Seite zu eilen, die mich nun dringend brauchen. Plötzlich war es kein Problem den Terminkalender in die Ecke zu pfeffern, Planungen über den Haufen zu werfen und stundenlang quer durch Deutschland zu brettern. Na also, geht doch. Warum zögern wir nur so lange, warum überdenken wir nicht häufiger unsere Prioritäten, wieso bedarf es erst solcher Ausnahmesituationen, damit uns bewusst wird, was wirklich wichtig ist?! Das sind sie wohl, die Lektionen des Lebens, die unfreiwilligen Lehrstunden, die wir ungefragt in unseren Stundenplan eingetragen bekommen während wir uns in nicht endenden Ferien der Schicksalsschläge wähnen.
Ich kann den Lauf der Dinge nicht aufhalten und auch wenn offiziell noch keiner die Richtung kennt, werfen die Wegweiser ihre düsteren Schatten bereits voraus. Aber wenn es Schatten gibt, dann gibt es auch Sonne und wenn ich könnte, würde ich den schönsten Sonnenplatz dauerhaft für meine Liebsten reservieren. Aber selbst einem deutschen Touri gelingt das (mit und ohne Handtuch) nicht immer. Ich kann also nichts weiter tun als Mut zu machen, Hoffnung zu streuen und versuchen, mit meinem Lächeln anzustecken und auf diese Weise Kraft zu spenden. All das ist mir viel zu wenig und zugleich ist es alles, was ich tun kann und worum ich mich in den letzten 19 Stunden bemüht habe. Gelohnt hatte es sich bereits als die erste Freudenträne kullerte, allein weil ich da war.
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2 Gedanken zu “Reise des Herzens

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