Soul Food – Essen mit Frustrationshintergrund?!

Gestern gab es bereits einen Blogeintrag zum Thema Essen. Bleiben wir heute doch gleich in Kulinarien. Kürzlich bin ich über einen aktuellen Ernährungstrend gestolpert und dachte – „Soul Food“ – also Essen für die Seele, klingt ganz nach einer Rubrik mit der man sich hier mal auseinandersetzen könnte. Meine erste Assoziation war natürlich sofort, oh ja, Schokolade, Eis, Süßigkeiten… eben Essen mit Frustrationshintergrund und ich wähnte mich schon im gedanklichen Schlaraffenland. Als ich der Sache etwas näher auf den Grund gegangen bin, musste ich feststellen, dass diese Ernährungsform weder neu, noch die Assoziation so ganz falsch war. Sie ist in der afroamerikanischen Küche beheimatet und hat ihren Ursprung in der Mangelernährung, bevor sie in den 1960er Jahren zunehmend die US-amerikanischen Essgewohnheiten, u.a. in Form von Spare Ribs und Chicken Wings, prägte. Diese Form des „Soul Foods“ zeichnet sich also vor allem durch Energielieferanten wie Fett und Zucker aus. Den Ernährungstrend darauf zu reduzieren, würde aber zu kurz greifen. Vielmehr befassen sich die aktuelleren Beiträge zu diesem Thema mit den „inneren Werten“ der Lebensmittel, also mit der Frage, woraus bestehen sie und wie können sie unseren Organismus positiv beeinflussen. Als stimmungsaufhellend werden beispielsweise Avocado, Ananas und Bananen gepriesen, dem darin enthaltenen Serotonin sei Dank. Ich möchte mich hier gar nicht in Details verlieren und überlasse das den zahlreichen Kochblogs. Dennoch wollte ich gern meinen buchstäblichen Senf zu der Sache geben und finde, ja, auch kulinarische Seelenstreichler sind wichtig und helfen beim glücklich sein. Aber bestimmen wir letztlich nicht selbst, was unser ganz persönliches Seelenfutter ist?! Sind es alte Familenrezepte, deren Duft oder Geschmackserlebnisse Kindheitserinnerungen hervorrufen, oder sind es die neuesten Diätrezepte, weil sie uns das Gefühl geben, dass wir unserem Körper damit etwas Gutes tun? Ganz gleich, was letztlich auf unserem Teller landet, ich finde, wir sollten es wieder bewusster erleben. Das fängt bei den Vorbereitungen an, geht über die aufgewendete Zeit für´s Kochen – selbst wenn, oder gerade weil man (nur) für sich selbst kocht – und endet beim Verzehr. Ich koche nicht sonderlich gerne, auch wenn es meistens gerade nochmal gut geht. Häufiger greife ich auch zu Fertigprodukten, ganz einfach weil sie da sind und sich der Aufwand für eine Person nicht wirklich lohnt und zu allem Überfluss, esse ich eher nebenbei, während ich mich auf ganz andere Dinge konzentriere. Wenn ich es mir also recht überlege, mache ich von Anfang bis Ende alles falsch, bzw. lasst es mich so formulieren: da ist noch viel Potential! Sehen wir auch das positiv, wo Potential ist, besteht eine Optimierungsmöglichkeit und angesichts der Tatsache, dass wir nur diesen einen Körper haben und als Kassenpatient ist dieser noch wertvoller, werde auch ich mich um Besserung bemühen müssen. Das heißt dann wohl mehr frische Lebensmittel in den Einkaufskorb, mehr Mut zu neuen Rezepten und Zutaten, damit nicht nur mein Bloggeist, sondern auch mein Körper glücklich ist. Na prost Mahlzeit, das kann ja was werden, aber wer nicht kocht, der nicht gewinnt….

Soul Food

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