Fristablauf

Die Frist ist noch nicht um, aber die Sanduhr hat inzwischen ganz schön Fahrt aufgenommen… Die letzten Sandkörnchen kann man beinahe abzählen. Länger als 24 Stunden reichen sie nicht mehr. Ich sitze derweil hier. Bin aufgeregt. Fiebere mit. Laufe unruhig hin und her. Bin voller Vorfreude, hibbelig und hyggelig, denn nach dem letzten Sandkörnchen wartet das ganz große Glück. Dann wird ein weiterer Lieblingsmensch das Licht der Welt erblicken, seine Eltern zum Strahlen und ihre Herzen zum Schmelzen bringen.

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Ich denke an euch!!!!

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Fotografieren

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„Fotograferen is heimwee verzamelen voor morgen.“

Fotos sind Momentaufnahmen, die Ereignisse und Emotionen gleichermaßen einzufangen suchen, wie die damit verbundenen Geschichten, Stimmungen, Abenteuer, Erkundungen und Entdeckungen. Sie bilden Gedankenstützen für verblassende Erinnerungen, besondere Augenblicke und als solche die Grundlage für das Heimweh von morgen.

In diesem Fall war es allerdings umgekehrt, denn bei meinem „Fotoausflug“ war das Heimweh bereits präsent und das Herbstfest lediglich der passende Anlass, um die Kamera zu schnappen und mich vom Hagener Freilichtmuseum aus in meine Heimat zu träumen. Die bergig gelegenen Fachwerkhäuser, eingebettet zwischen Wälder und Wiesen, lassen mich jedes Mal auf’s Neue genüsslich in die Ferne schweifen.

Ob ich das kann?

… keine Ahnung! Woher soll ich das wissen, wenn ich es nicht ausprobiere?!

Gesagt. Getan. Nun gut, so schnell ging es dann doch nicht. Ich brauchte über 2 Stunden, um herauszufinden, ob ich einen Halbmarathon laufen kann. Trainiert hatte ich nicht wirklich. Abschätzen ließ sich der Ausgang kaum. Das Wetter war ungemütlich. Die Motivation und Stimmung meiner sportlichen Begleiterinnen hielt. Achselzuckend und gespannt klemmte ich in der Menschenmenge. Meine Startnummer auf dem Bauch bescheinigte mir die Teilnahme. Mein Körper sehnte sich dafür nach der nächstbesten Couch. Mein Geist träumte sich in den Winterschlaf. Nur das Adrenalin pochte mahnend und forderte Disziplin. Kleinlaut zog der Schweinehund die Schleifchen an den Turnschuhen noch einmal fest. Es gab kein Zurück mehr. Es blieb nur noch eine Möglichkeit das Ganze hinter mich zu bringen: Schritt für Schritt in Richtung Ziel. Je schneller, desto eher wäre ich fertig… fix und fertig… mit den Nerven, der Kraft, aber womöglich auch mit dem Wettkampf. Sollte es tatsächlich gelingen?! Die Zeit war mir zugegebenermaßen egal. Ich wollte einfach nur aus eigenen Kräften ins Ziel kommen – laufend, kriechend, gehend – vollkommen schnuppe.

Meine Herzfrequenz war erwacht und pochte auch dieses Mal der 200 entgegen. Hiervon völlig unbeeindruckt schlüpfte meine Kondition in ihren Kuschelpulli und machte es sich in ihren Uschiklamotten gemütlich. Schließlich war Feiertag. Ich konnte die Strecke also nur mit meinem Kopf meistern. Zusätzliche Motivation musste her. Meine sportlichen Begleiterinnen glaubten an mich. (Sollten sie auch, wenn sie mir den ganzen Schlamassel schon eingebrockt haben! 😉 ) Sie würden im Ziel Hefeweizen schlürfend bereits auf mich warten und frieren, wenn ich nicht bald komme. Außerdem warteten dort noch 2 1/2 weitere Herzensmenschen mit ähnlichem unerschütterlichem Glauben an mich. Bevor die Wiedersehensfreude jedoch vollumfänglich zelebriert und ausgelebt werden konnte, musste ich aber noch diese verdammte Strecke bewältigen.

Ich beschloss, diese Menschen gedanklich mit auf die Bahn zu nehmen und jeden Kilometer einem ganz besonderen Menschen zu widmen. Sie zu enttäuschen, hätte ich nicht über’s Herz gebracht. Und so hielt ich mich an das Forrest Gump-Prinzip und lief und lief und lief… Auch wenn mein Rücken bereits beim 11. Kilometer dicht machte, hielt sich der Rest wacker. Mein Herz hämmerte mit 209 Schlägen dem Zieleinlauf entgegen. Der Rest machte einfach kontinuierlich weiter. Ein letzter (fieser!!!!!) Anstieg, bevor mich die Jubelrufe meiner motivierenden Streckencrew tatsächlich dem Ziel entgegentrugen. Es war vollbracht. Und das sogar unter 2:15.

Oktober

Der September wurde von nahezu sintflutartigen Regengüssen fortgespült. Der wolkenverhangene Samstag ist verflogen. Vorbei die dicken (Gedanken-)Wolken des gestrigen Tages, begrüßt von einem strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Es ist Oktober. Es ist Herbst. Es ist bunt. Es ist turbulent. Die Tage stehen mit ihren kühlen Morgen und Abenden im klaren Kontrast zu den spätsommerlichen Nachmittagen und pusten uns in der Zwischenzeit ordentlich durch. Sie machen unseren Kopf frei. Nicht nur die Bäume verändern ihre Farbe, sondern auch bei mir stehen in diesem Monat viele Veränderungen an. Einen neuen Laubverschnitt beim Friseur gab es bereits. Am Dienstag folgt mein erster Halbmarathon in Wettkampfform und am Freitag nimmt auch mein beruflicher Alltag neue Farben und Formen an. Die Zeit zwischen diesen Ereignissen werde ich dazu nutzen, um mir die Bäume als Vorbild zu nehmen, denn sie zeigen uns Tag für Tag, wie wichtig es ist, loszulassen. Ohne nachzudenken, trennen sie sich von allem Überflüssigen, um ihre überlebenswichtigen Ressourcen zu schonen und für die kalten Wintertage zu speichern, damit das innere Feuer nicht erlischt. Ich werde es Ihnen gleich tun.

Aufbruch

Jeden Morgen stehen wir vor der Wahl, ob wir zur Arbeit trotten, die uns vielleicht gar keinen Spaß macht, um Geld für Dinge zu verdienen, die wir eigentlich gar nicht brauchen, oder ob wir hinausziehen und die Welt erkunden, Geschichten und Erinnerungen sammeln, an die wir später gern zurückdenken. Ich persönlich finde Menschen mit Reiseerfahrungen viel interessanter als Menschen mit Statussymbolen. Erlebnisse, Abenteuer, gelebte Leidenschaften und Begegnungen lassen mich staunen und ziehen mich in ihren Bann; Fotos oder Berichte über mein Haus, mein Auto, mein Schiff hingegen kaum. Dabei gibt es an jeder Ecke so viel zu entdecken. Überall lauern potentielle Reiseabenteuer und -erkundungen im Überfluss. Das Einzige, was uns davon trennt, ist der erste Schritt vor die Tür. Wenn man diesen Schritt auch noch gemeinsam gehen kann, entsteht nicht selten Gesprächsstoff, der sich über Jahre hält. Ihr kennt sicher alle diese Abende, die mit „Weißt du noch…?“ beginnen und tief in der Nacht mit Bauchschmerzen vor Lachen enden?! Gedanken wie diese brachten mich dazu, gestern spontan einen Ausflug  zu unternehmen. Nicht einmal die Wettervorhersage konnte mich davon abhalten. Als mir dann auch noch ein guter Freund seine Begleitung für diesen Spontantrip zusicherte, war ich so gut wie unterwegs. Das Leben findet draußen statt und nicht zu Hause auf der Couch. Es tut einfach so gut, aktiv zu sein, die facettenreichen Eindrücke (unbekannter) Städte und ihrer Bewohner in sich aufzusaugen, mit aufmerksamen Blicken durch die Straßen zu schlendern, über beobachte Episoden zu schmunzeln, sich an Dekorationen zu erfreuen oder auch mal innerlich den Kopf zu schütteln, Kilometer um Kilometer den eigenen Horizont zu erweitern, über den Tellerrand der eigenen, selbst erschaffenen Alltagswelt hinauszublicken wie wir es einst als neugierige Kinder taten – unerschrocken, unvoreingenommen und unaufhaltsam.

Mystery Blogger Award

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Liebe Julia, ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut, denn er hat mir gezeigt, dass ich mit meinem Blog Menschen erreichen kann. Was kann es Wertvolleres im Leben geben als andere ein Stück des Weges begleiten zu dürfen? Wie schriebst du so schön:

„Es ist so wichtig immer wieder die kleinen Freuden zu genießen! Das mit anderen Menschen zu teilen ist so bereichernd. Daher: Vielen Dank für deinen tollen Blog!“

Als Dank dafür hast du mich mit dem Mystery Blogger Award ausgezeichnet – ein „award for amazing bloggers with ingenious posts. Their blog not only captivates, it inspires and motivates. They are one of the best out there, and they deserve every recognition they get. This award is also for bloggers who find fun and inspiration in blogging and they do it with so much love and passion. (by Okoto Enigma)“.

Das weiß ich sehr zu schätzen, auch wenn ich Kettenbriefen sehr skeptisch gegenüberstehe. Und doch werde ich dieses Mal eine Ausnahme machen und tatsächlich zwei Blogs nominieren, denen ich noch mehr Aufmerksamkeit wünsche. Das sind:

The Beautiful Games

Lena und Shadreck

Für euch daher die „rules“:

  • Put the award logo/image on your blog.
  • List the rules.
  • Thank whoever nominated you and provide a link to their blog.
  • Mention the creator of the award and provide a link as well.
  • Tell your readers 3 things about yourself.
  • You have to nominate 10 – 20 people.
  • Notify your nominees by commenting on their blog.
  • Ask your nominees any 5 questions of your choice; with one weird or funny question (specify)
  • Share a link to your best post(s).

Und wo wir bereits bei den Regeln sind. Ich denke, ihr wisst bereits mehr als 3 Dinge über mich, zumindest aber nachdem ich die Fragen von Julia beantwortet habe:

1. An welchem Ort fühlst du dich am sichersten?

Am sichersten fühle ich mich in der Gesellschaft meiner Herzensmenschen. Dann ist es auch ganz gleich, an welchem Ort ich bin.

2. Was möchtest du in diesem Leben auf jeden Fall noch erreichen?

Ich möchte jeden Tag zufrieden einschlafen und zuversichtlich aufwachen können.

3. Welche Geräusche kannst du nicht ausstehen?

Bohrgeräusche vom Zahnarzt sind keine schöne Erfindung.

4. Welcher ist dein liebster Geruch?

Der Geruch der ersten Sonnenstrahlen, wenn Wärme und Frühling in der Luft liegt – Zeit der Hoffnung und des Erwachens.

5. Was liegt auf deinem Nachttisch?

Dort kann sich so Einiges tummeln, zumindest aber ein gutes Buch.

 

Auch die beiden nominierten Blogger dürfen nun, wenn sie mögen, Rede und Antwort stehen, denn ich wüsste von euch gern:

  1. Was wollt ihr den Lesern eures Blogs mitgeben?
  2. Was hat euch heute positiv überrascht?
  3. Glück ist…
  4. 5 Dinge, auf die ihr euch im Herbst besonders freut?
  5. Würdet ihr gern in die Vergangenheit zurückreisen?

 

Op-tee-mismus

An manchen Tagen ist es gar nicht so leicht, die Zuversicht heraufzubeschwören, sich an die Wirkung von Dankbarkeit zu erinnern und an die vielen schönen Überraschungen zu glauben, die das Leben bereithält. Nachdem der erste Kaffee durch den Körper geflossen war, die Dusche zaghafte, belebende Erfolge verzeichnet hatte, der Blick auf den Wetterbericht – statt mit Verachtung gestraft – als gegeben akzeptiert wurde, fiel es schon ein wenig leichter, den Tag zu beginnen. Und tatsächlich, auch das Gesetz der Anziehung scheint das Weckerläuten vernommen zu haben. Es begrüßte mich beim Verlassen der Wohnung mit einer Überraschung an der Türklinke und brachte mich damit zum Strahlen. Das baumelnde Päckchen Tee aus Sri Lanka hatte meinen „Op-tee-mismus“ geweckt. Ein Geschenk, das mich zugleich selbst in Reiseerinnerungen versetzte. Dieses Lächeln trug ich den Berg zum Büro hinauf, wo ich statt mit drohendem Regen von einer aufreißenden Wolkendecke für meine Entscheidung entlohnt wurde, den vielleicht etwas anstrengenderen Spaziergang zu wählen, statt die Fahrt mit dem Bus. Die Freude über diesen Tagesstart konnte damit zwar weder buchstäblich, noch tatsächlich den zu bewältigenden Berg versetzen. Dafür konnte sie einen ungeahnten Weg in einen Tag voller Überraschungen ebnen…