Heimatliche Geborgenheit

Home is… where your Harz is – oder auch: sich an dem Ort zu Hause fühlen, den man seine Heimat nennt. Die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln, Herzensmenschen, an die Plätze unserer Träume und Erinnerungen schafft Räume und Begegnungen, die uns in Windeseile in ihren Bann ziehen und in Geborgenheit hüllen.

Für Viele von uns sind das inzwischen Orte der Vergangenheit, des gelegentlichen Neuerkundens, des Wiedersehens, aber nicht mehr der Lebensmittelpunkt. Studium, Beruf, Arbeit, Liebe, Fernweh und Veränderungen gehören zu den (ver)lockenden Kräften, die uns in die weite Welt hinausziehen.

Gerade zurückgekehrt aus der erdenden Heimat, überraschte mich die Botschaft anstehender Baumaßnahmen, die mich binnen kürzester Zeit nicht nur von der Heimat in die Ferne, sondern noch ein Stückchen weiter verpflanzen sollten. Ich zog um. Unerwartet. Binnen 2 Wochen. Mindestens 2 Anläufe für alles, das in Angriff genommen werden musste. Nebenbei noch eine Beschäftigung im Nachbarland zum Abschluss gebracht. Die geliebte Beständigkeit ordentlich durcheinander gewirbelt. Ziel des Ganzen: noch ungewiss. Mein Leben sortiert sich gerade neu. Ich schaue zu und bemühe mich, aus allem das Beste zu machen. In Rekordgeschwindigkeit. Mit Rekordergebnissen. Und dem Gefühl eines Leistungssportlers nach dem siegreichen Wettkampf. Erschöpft. Auch wenn alle ringsum fleißig zum Erfolg gratulieren.

Ziel für die nächste Woche: Tempo rausnehmen. Fokussieren. Schwerpunkte neu ausloten. Höchste Priorität: Mehr gelebte Selbstliebe zum Akku füllen, Bewusstsein schaffen zur (Neu-)Orientierung und für mehr innere und äußere Balance als Lockstoffe für neue Glücksmomente in dem hereinbrechenden neuen Lebensabschnitt.

Tête-à-Tête mit Max

Liebes Essen, was möchtest du mir sagen? Immer wieder zieht es mich zu dir. Keine Sorge, ich höre nicht die Kalorien husten. Ich meine die Stadt, in die es mich auch diese Woche wieder – aus gleichermaßen zufälligem wie glücklichem – Anlass verschlägt.

Vorletzte Woche fand meine Laufserie quer durch den Pott dort ihren Abschluss. Letztes Wochenende war ich auf einem Junggesellinnenabschied in Essen, der (einzig) wegen dem Wohnsitz der Trauzeugin zum Treffpunkt für uns wurde, auch wenn uns außerdem die kindliche Freude am Trampolinspringen lockte. Das freudige Hüpfen bleibt mir allerdings auch diese Woche erhalten. Anlass ist dieses Mal nicht der – im wahrsten und im buchstäblichen Sinne – bewegte und bewegende Tag einer befreundeten Braut, sondern der überraschende Gewinn zweier Konzertkarten für „Eine Nacht in… Essen“ – eine jährlich wiederkehrende Aktion und Tradition unseres lokalen Radiosenders. In diesem Rahmen wird es daher auch ein exklusives Radiokonzert in der Lichtburg geben – in ihrem größten und wohl auch einer der schönsten Kinosäle Deutschlands. Mit einem Fassungsvermögen von 1250 Leuten wird es, im Vergleich zu den sonstigen Konzerthallen, also eher ein Tête-à-Tête mit Max Giesingier – ausschließlich im buchstäblichen und nicht im übertragenen Sinne!

Und wäre das nicht schon besonders genug, freue ich mich mindestens genauso über die Begleitung einer meiner besten Freundinnen! Anlass zum Feiern haben wir allemal. Damit meine ich weniger das wahrscheinlich letzte Doktorandentreffen für mich noch am selben Tag oder das vorrübergehende Abschied nehmen, wenn ich am Folgetag kurz in meine Heimat entschwinde. Der Hauptgrund wird sich im November einstellen. Dann wird nämlich nicht nur ihr Terminkalender, sondern auch sie selbst von dem besten Grund in Beschlag genommen, den man sich vorstellen kann, denn streng genommen gehen wir nicht zu zweit zum Konzert, sondern zu zweieinhalb. Freitag wollen wir endlich diese großartige Nachricht gebührend feiern (auf Sitzplätzen und mit alkoholfreien Cocktails, versteht sich). Vielen Dank, liebe Mareike, dass du uns auf die Gästeliste gesetzt hast!

letzte Woche in Essen… Making of eines JGA

Queen of Tapering

Die Wettkampfsaison ist eröffnet. Wie im letzten Jahr habe ich zuvor nicht trainiert, sondern bin (mehr oder weniger) aus der Kalten an den Start gegangen. Heute gab es keine Ausreden und auch kein Zurück mehr, sondern nur noch Schritt für Schritt nach vorn.

„Tapering“ ist eigentlich eine Bezeichnung dafür, wenn man unmittelbar vor einem Wettkampf einen oder auch zwei Gänge runterschaltet, damit man am Tag X alle Reserven abrufen kann… Nun ja, um ganz sicher zu gehen habe ich das direkt mal auf den Winter und Frühling ausgedehnt, nach einem Blitzstart im Herbst… Immerhin werden die Ruhephasen kürzer, den zuvor lief ich jahrelang nicht mehr und über einen Schönwetter-Hobby-Läufer kam ich nie hinaus, weil ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre…

Aber wenn’s läuft, dann läuft’s:  6,5km in 35Min. (Pace: 5,3) – mein schnellster Wettkampf bislang und das erste Mal, dass ich Andere überrundete – ein für mich bis dato unbekanntes Gefühl!

Dieses Mal ist meine Regenerationsphase allerdings extrem kurz, denn Dienstag geht es schon wieder an den Start, aber jetzt habe ich ja die passende Ausrede: (just a) queen of tapering. 😉

Glück der kleinen Dinge

Nomen est omen?! Heute war mein Blogname offenbar mal wieder Programm, denn auf der Straße funkelte es mir kupfern entgegen. Ich habe ein 5Ct-Stück gefunden. Wenn das mal kein Glück bringt? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich freue mich über solche Funde jedes Mal auf’s Neue enorm. Deshalb habe ich auch beschlossen, mir eine Glückscent-Sammel-Stelle zu basteln, um weiteres Glück anzuziehen und um mich täglich daran zu erinnern, wie unverhofft einem das Glück in seinen unterschiedlichen Facetten begegnen kann.

Innerhalb einer Woche habe ich bereits 18Ct gefunden (1x 1Ct, 1x 2Ct, 1x 5Ct, 1x 10Ct). Ich weiß nicht, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist überhaupt einen Glückscent zu finden, aber gleich 4x binnen einer Woche fündig zu werden halte ich schon für einen ziemlichen Glücksfall. Vielleicht war es nicht der berüchtigte Goldtopf am Ende des Regenbogens, aber kommt es darauf an? Mich hat es jedes Mal fröhlich gestimmt, mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und mir ungeachtet des Münzwertes viel Freude beschert. Aber es blieb nicht nur bei funkelnden Begegnungen am Wegesrand, sondern auch zahlreiche menschliche Begegnungen kamen hinzu. Plötzlich traf ich viele Menschen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Es texteten Leute, zu denen ich über Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Unverhofft kommt eben doch oft, manchmal sogar öfter.

Ich wünsche euch allen überraschende, glücksspendende Begegnungen an diesem Wochenende!

Muster des Lebens?!

Welches Muster trägt dein Leben? Fühlt es sich manchmal eher zweidimensional an – leicht abgeflacht und mit wenig Struktur? Oder türmen sich die Herausforderungen zu wahren Gebirgsketten? Haben sich Erinnerungen wie Fossilen in dein Relief gebrannt oder präsentiert sich dein Leben als offene Lichtung für neue Erfahrungen und Abenteuer? Bist du ein Chaot, dessen Lebensskizze aus einem Irrgarten besteht oder legst du behutsam eine Lebensschicht um die andere wie der Querschnitt eines Baumes – schön bedächtig dem vorgegebenen Muster folgend bis der Blitz einschlägt und die Zweifel als kleine Borkenkäfer beginnen zu nagen?

Ganz gleich, welches Abbild der Querschnitt deines Lebens momentan zeigt. Du bist der Bildhauer. Du bist der Künstler deines ganz eigenen Lebenswerkes. Du kannst es formen und gestalten, es fortsetzen oder neu beginnen und irgendwann wird sich der Kreis des Lebens schließen. Aus einer vagen Idee wird eine grobe Skizze, Grundstrukturen bilden sich immer stärker heraus, feine aber wichtige Details kommen hinzu bis es sich komplett anfühlt – das große Ganze. Das Leben. Dein Leben.

Wetter(n)

Das Schöne an Regentagen: man freut sich über jeden einzelnen Sonnenstrahl, der sich durch die Wolken kämpft, der vom Frühling kündet, von Hoffnung, Wachstum und Wärme. Der Bewegungsdrang erwacht aus dem Wintermodus, denn er sehnt sich nach der dunklen, kühlen, viel zu lange fortdauernden Jahreszeit nach Licht, frischer Luft, Veränderungen und Begegnungen, nach bunten Farbklecksen in der Natur, die von friedlicher Rebellion gegen die Tristesse des Winters künden.

Beschwingt und frohen Mutes, mit Guter-Laune-Musik im Ohr und einem Lächeln im Gesicht spazierte ich heute Morgen Richtung Schreibtisch und erfreute mich an den Sonnenstrahlen, die das frühlingshafte Grün zum Leuchten und die letzten Wassertropfen an den kunterbunten Blüten zum Glitzern brachten. Es tat so gut, die müden Knochen zu bewegen, bevor sie in den nächsten Stunden auf dem Bürostuhl wieder in sich zusammensacken und auf die feierabendliche Erlösung warten.

So beliebt das Wettern über das Wetter auch sein mag. Erst seine Facetten prägt unser Bewusstsein für seine besonderen Reize – ohne Licht kein Schatten, ohne Regen kein Regenbogen.

Schlüsselfrage

Warum stellt uns das Leben vor so viele Herausforderungen?

Damit wir aus ihnen lernen.

Warum wirft uns das Leben Knüppel vor die Füße, wenn wir gerade Aufwind haben?

Damit wir nichts überstürzen.

Warum gibt uns das Leben mehr Rätsel statt Lösungen?

Damit wir unseren eigenen Weg finden.

Und woher wissen wir dann, ob wir die richtige Entscheidung treffen?

Gar nicht.

Die einzige Frage, die wir uns stellen können ist:

ob uns unser Denken und Handeln näher zu dem bringt, wer und wie wir sein wollen.