Jahresabsch(l)uss

Die letzten Stunden des alten Jahres sind angebrochen. 12 kompakte Monate neigen sich dem Ende entgegen und lassen uns auf eine ereignisreiche Zeit zurück und auf eine hoffnungsvolle Zeit nach vorn blicken. Kostbare 365 „neue“ Tage warten auf uns.

Bei ihrer Gestaltung wünsche ich euch viel Freude, Energie und Tatendrang, Mut zum Losgehen, die Kunst man selbst bleiben zu können, während das Universum in den nächsten  Gang schaltet. Mögen euch auf diesem Weg durch 2018 unzählige Glücksmomente und treue Weggefährten begleiten.

Ich freue mich schon jetzt, mit euch gemeinsam ein Stück des Weges gehen zu dürfen.

Alles Liebe für euch und eure Herzensmenschen!

Bis bald!

Advertisements

Blitzlichtgewitter

… was sich zunächst anhört wie eine Unwetterwarnung, entpuppte sich schließlich als wahrer Motivationsbooster. Da geht man nichtsahnend in die Stadt und zack, hat man ein Fotoshooting am Hals. Plötzlich stand da dieser Modelagent….

Nein, zu verdanken habe ich das Ganze einem Glücksrad in der Einkaufspassage. Zugegeben, meine Erfolgsquote bei den Dingern ist unverschämt hoch und so kam es, das ich – ICH??? – ein Fotoshooting gewann. Im Eifer des Gefechts vereinbarten wir direkt einen Termin und zack, war es geschehen.

Meine Mischung aus Unglauben und Vorfreude teilte ich direkt mit meinen Liebsten. Doch wahre Freude über die damit verbundene Chance löste erst die Reaktion meiner Ma bei mir aus als sie sagte: „Ja, mach das mal, vielleicht erkennst du dann endlich mal wie schön du bist.“ Das hat mich so sehr gerührt und in der Tat ist das etwas, dessen ich mir nicht wirklich bewusst bin.

Gestern folgte die Umsetzung mit Make Up, verschiednen Outfits, Hintergründen und Accessoires. Fröhlich strahlend sagte mir die Fotografin, dass ich mich direkt austoben kann wie im Fernsehen bei Germany Next Topmodel. Äääähhhmmm, ja, die Sendung kenne ich, aber darüber musste ich mir mit meinen 1,59m noch nie Gedanken machen?! Der Rest lief dann unerwartet wie von selbst. Tipps und Tricks nahm ich dankend an und ihre Umsetzung bei den Aufnahmen verblüfften mich. Sch(l)ussendlich konnte ich mich kaum entscheiden und nahm dann einfach 25 dieser großartigen Aufnahmen, die so vielseitig und so wunderschön waren, dass es mir zunächst schwerfiel, sie mit mir in Verbindung zu bringen. Aber ja, das war tatsächlich ich. Ich war absolut begeistert und auch stolz auf die Bilder, Bilder für die Ewigkeit.

Als ich sie am Abend abholte, meinte die Fotografin zu mir, dass sie alle fantastisch seien, so wie bei einem richtigen Model. Unfassbar. Verkaufen brauchte sie zu diesem Zeitpunkt nichts mehr. Sie meinte es wirklich ernst. Wer hätte das gedacht?!

Manchmal tut es eben ganz gut, sich von anderen in das rechte Licht rücken zu lassen, um zu entdecken, was für andere vielleicht offensichtlich ist, wovor wir aber unser Augen verschließen.

Fristablauf

Die Frist ist noch nicht um, aber die Sanduhr hat inzwischen ganz schön Fahrt aufgenommen… Die letzten Sandkörnchen kann man beinahe abzählen. Länger als 24 Stunden reichen sie nicht mehr. Ich sitze derweil hier. Bin aufgeregt. Fiebere mit. Laufe unruhig hin und her. Bin voller Vorfreude, hibbelig und hyggelig, denn nach dem letzten Sandkörnchen wartet das ganz große Glück. Dann wird ein weiterer Lieblingsmensch das Licht der Welt erblicken, seine Eltern zum Strahlen und ihre Herzen zum Schmelzen bringen.

IMG_20171013_184403926.jpg

Ich denke an euch!!!!

Fotografieren

DSC07699

„Fotograferen is heimwee verzamelen voor morgen.“

Fotos sind Momentaufnahmen, die Ereignisse und Emotionen gleichermaßen einzufangen suchen, wie die damit verbundenen Geschichten, Stimmungen, Abenteuer, Erkundungen und Entdeckungen. Sie bilden Gedankenstützen für verblassende Erinnerungen, besondere Augenblicke und als solche die Grundlage für das Heimweh von morgen.

In diesem Fall war es allerdings umgekehrt, denn bei meinem „Fotoausflug“ war das Heimweh bereits präsent und das Herbstfest lediglich der passende Anlass, um die Kamera zu schnappen und mich vom Hagener Freilichtmuseum aus in meine Heimat zu träumen. Die bergig gelegenen Fachwerkhäuser, eingebettet zwischen Wälder und Wiesen, lassen mich jedes Mal auf’s Neue genüsslich in die Ferne schweifen.

Ob ich das kann?

… keine Ahnung! Woher soll ich das wissen, wenn ich es nicht ausprobiere?!

Gesagt. Getan. Nun gut, so schnell ging es dann doch nicht. Ich brauchte über 2 Stunden, um herauszufinden, ob ich einen Halbmarathon laufen kann. Trainiert hatte ich nicht wirklich. Abschätzen ließ sich der Ausgang kaum. Das Wetter war ungemütlich. Die Motivation und Stimmung meiner sportlichen Begleiterinnen hielt. Achselzuckend und gespannt klemmte ich in der Menschenmenge. Meine Startnummer auf dem Bauch bescheinigte mir die Teilnahme. Mein Körper sehnte sich dafür nach der nächstbesten Couch. Mein Geist träumte sich in den Winterschlaf. Nur das Adrenalin pochte mahnend und forderte Disziplin. Kleinlaut zog der Schweinehund die Schleifchen an den Turnschuhen noch einmal fest. Es gab kein Zurück mehr. Es blieb nur noch eine Möglichkeit das Ganze hinter mich zu bringen: Schritt für Schritt in Richtung Ziel. Je schneller, desto eher wäre ich fertig… fix und fertig… mit den Nerven, der Kraft, aber womöglich auch mit dem Wettkampf. Sollte es tatsächlich gelingen?! Die Zeit war mir zugegebenermaßen egal. Ich wollte einfach nur aus eigenen Kräften ins Ziel kommen – laufend, kriechend, gehend – vollkommen schnuppe.

Meine Herzfrequenz war erwacht und pochte auch dieses Mal der 200 entgegen. Hiervon völlig unbeeindruckt schlüpfte meine Kondition in ihren Kuschelpulli und machte es sich in ihren Uschiklamotten gemütlich. Schließlich war Feiertag. Ich konnte die Strecke also nur mit meinem Kopf meistern. Zusätzliche Motivation musste her. Meine sportlichen Begleiterinnen glaubten an mich. (Sollten sie auch, wenn sie mir den ganzen Schlamassel schon eingebrockt haben! 😉 ) Sie würden im Ziel Hefeweizen schlürfend bereits auf mich warten und frieren, wenn ich nicht bald komme. Außerdem warteten dort noch 2 1/2 weitere Herzensmenschen mit ähnlichem unerschütterlichem Glauben an mich. Bevor die Wiedersehensfreude jedoch vollumfänglich zelebriert und ausgelebt werden konnte, musste ich aber noch diese verdammte Strecke bewältigen.

Ich beschloss, diese Menschen gedanklich mit auf die Bahn zu nehmen und jeden Kilometer einem ganz besonderen Menschen zu widmen. Sie zu enttäuschen, hätte ich nicht über’s Herz gebracht. Und so hielt ich mich an das Forrest Gump-Prinzip und lief und lief und lief… Auch wenn mein Rücken bereits beim 11. Kilometer dicht machte, hielt sich der Rest wacker. Mein Herz hämmerte mit 209 Schlägen dem Zieleinlauf entgegen. Der Rest machte einfach kontinuierlich weiter. Ein letzter (fieser!!!!!) Anstieg, bevor mich die Jubelrufe meiner motivierenden Streckencrew tatsächlich dem Ziel entgegentrugen. Es war vollbracht. Und das sogar unter 2:15.

Oktober

Der September wurde von nahezu sintflutartigen Regengüssen fortgespült. Der wolkenverhangene Samstag ist verflogen. Vorbei die dicken (Gedanken-)Wolken des gestrigen Tages, begrüßt von einem strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Es ist Oktober. Es ist Herbst. Es ist bunt. Es ist turbulent. Die Tage stehen mit ihren kühlen Morgen und Abenden im klaren Kontrast zu den spätsommerlichen Nachmittagen und pusten uns in der Zwischenzeit ordentlich durch. Sie machen unseren Kopf frei. Nicht nur die Bäume verändern ihre Farbe, sondern auch bei mir stehen in diesem Monat viele Veränderungen an. Einen neuen Laubverschnitt beim Friseur gab es bereits. Am Dienstag folgt mein erster Halbmarathon in Wettkampfform und am Freitag nimmt auch mein beruflicher Alltag neue Farben und Formen an. Die Zeit zwischen diesen Ereignissen werde ich dazu nutzen, um mir die Bäume als Vorbild zu nehmen, denn sie zeigen uns Tag für Tag, wie wichtig es ist, loszulassen. Ohne nachzudenken, trennen sie sich von allem Überflüssigen, um ihre überlebenswichtigen Ressourcen zu schonen und für die kalten Wintertage zu speichern, damit das innere Feuer nicht erlischt. Ich werde es Ihnen gleich tun.